4.10.2019 – NOK-Zeit

Die NOK-Zeit berichtete am 4.10.2019 über die „Badische Gutsele“.
Hier der Wortlaut:

Internetportal – Badische Gutsele

Autoren arbeiten für die Mundart zusammen und gründen ein Internetportal

Forst. (pm) Die Mundartautoren von Nord- und Mittelbaden wollen mit einer gemeinsamen Interessenvertretung ihren Dialekten mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Sie beschlossen bei einem Treffen in Forst die Zusammenarbeit in einer Vereinigung für Badische Mundart. Außerdem verständigten sie sich auf das gemeinsame Veröffentlichungsportal www.Badische-Gutsele.de.

Dort sind bereits Texte zu lesen und zu hören, außerdem werden unter den „Gutsele“ Mundartlieder eingestellt. „Damit geben wir dem Publikum wieder die Möglichkeit, vielfältige heitere und ernste Beiträge im Dialekt kennenzulernen. Digitalisierung sowie der gefühlte Rückzug des SWR aus der Region führen zu einer prekären Situation für die Autoren, die es in Eigeninitiative zu lösen gilt“, sagte Thomas Heitlinger aus Stutensee, der Sprecher der neuen Vereinigung für Badische Mundart.

Ihr gehören zahlreiche preisgekrönte und erfolgreiche Autorinnen und Autoren aus der Kurpfalz, dem Kraichgau, dem Raum Karlsruhe sowie Mittelbaden an. Für Gastbeiträge aus Württemberg, der Pfalz und dem Elsass will die Plattform offen sein. Wolfgang Wulz und Pius Jauch vom Verein schwäbische mund.art begrüßten als Teilnehmer in Forst die Initiative der badischen Künstlerkollegen.

Ein weiteres Ziel der Autoren ist die angemessene Berücksichtigung badische Dialekte bei den kulturpolitischen Aktivitäten der Landesregierung von Baden-Württemberg. Im Dezember 2018 hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu einem großangelegten Symposium über Gegenwart und Zukunft der Dialekte im Land nach Stuttgart eingeladen.

Diese Initiative soll fortgesetzt werden. Das sagte Sabine Dworog vom Staatsministerium Baden-Württemberg, die bei den Autorinnen und Autoren zu Gast war und deren Initiative ausdrücklich lobte. Die Landesregierung wolle 2020 mit einem zweiten großen Symposium über Wege zur Dialektförderung nachdenken. Die Badener bekräftigten den Wunsch nach konkreter Unterstützung ihrer Mundartaktivitäten.

Ziel der neuen Gruppe ist es außerdem, mit gemeinsamen Veranstaltungen in Gasthäusern oder Kleinkunstbühnen die literarische Mundart unter dem Motto „Schwätze, Babble, Schreiwe“ unter die Leute zu bringen. In Württemberg sind solche Formate bereits verbreitet. Im alemannischen Raum sorgt die traditionsreiche „Muettersproch-Gesellschaft“ Freiburg für Akzente.

Die Initiatoren für „Badische Mundart“ können sich eine institutionelle Form für ihre Zusammenarbeit vorstellen und hoffen, dass Heimatvereine oder Kulturveranstalter die Ziele unterstützen. Sie geht aus von Thomas Heitlinger (Stutensee), Roland Bruchmann (Karlsruhe-Neureut), Heidrun Eyermann (Obrigheim), Angelika Futterer (Philippsburg), Ingrid und Karl-Heinz Grether (Karlsruhe-Neureut), Brigitte Köck (Bruchsal), Thomas Liebscher (Hockenheim), Heiko Maier (Waghäusel), Rosi und Wolfgang Müller (Pfinztal), Elfi Neubauer-Theis (Neckarbischofsheim), Anton Ottmann (Dielheim), Charly Weibel (Reilingen) und anderen. Unterstützung signalisierten die bekannten Hermann Dischinger (Östringen), Dieter Huthmacher (Pforzheim) und Brigitte Wagner (Rastatt).

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